Wer sind wir, wo kommen wir her und wo wollen wir hin?

Das Commando Donnerschwee (kurz: CD01) wurde am 21.08.2001 von zwei Personen gegründet. Die Worte „Commando“ und „Donnerschwee“ fühlten sich zur damaligen Zeit zusammengefügt irgendwie richtig an. Das entsprechende Logo (Graf Anton Günther auf seinem Pferd Kranich) stand binnen einer Woche als Logo fest. Ultrá in Oldenburg war geboren. Die ersten Gehversuche der Eistee-Mafia in diesem Bereich zählen wir bewusst nicht mit und die zuvor aktiven Oldenburger Junx hätten sich zur damaligen Zeit niemals als Ultras tituliert. Die erste Zaunfahne, natürlich Frakturschrift auf schwarzem Grund, war schnell hergestellt. Damals noch ohne Overheadprojektor oder gar Beamer, sondern mit gerastertem Ausdruck und dem Versuch das Ganze frei Hand zu übertragen. Das Ergebnis war an einigen Ecken etwas schief, aber aus der Entfernung würden solche Fauxpas sowieso niemandem Auffallen. Die erste Choreo war ein „OL“ auf den Mittelblöcken der Haupttribüne bei einem Heimspiel gegen Nordhorn vor 6000 Zuschauern. In Umbro, Lonsdale oder Hooligan Streetwear gekleidet, wurden die ersten drei Jahre der Gruppengeschichte stilvoll durchlebt. Jogger, Air Max, HipHop und Graffiti spielten zur der Zeit noch keine Rolle. Die einzige Konstante bis heute ist die Unfähigkeit des VfB entscheidende Spiele zu gewinnen. Egal, ob es sich dabei um Relegationsspiele oder wichtige Spiele innerhalb einer Saison handelt, die am Ende ausschlaggebend dafür sein sollten Platz 9 zu erreichen, während Rang 8 zur Teilnahme an der (mal wieder) reformierten Spielklasse berechtigt hätte. 2004 folgte der Abstieg in die Fünftklassigkeit und im Zuge der sportlichen Entwicklung des Vereins auch die Frage nach der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns. Nach Ablauf der folgenden Spielzeit wurde die Gruppe dann auf Eis gelegt. Einige orientierten sich Richtung OFI (Oldenburger Faninitiative) und gründeten später das Adelante mit, während wiederum andere dem VfB ganz den Rücken kehrten.

In den Folgejahren (2005-2007) erfuhr die Oldenburger Fanszene einen starken Zulauf an jungen motivierten Menschen, die Bock auf Fußball und Ultrákultur hatten. Da aber weder das neu gegründete Adelante, noch die OFI die richtigen Anlaufpunkte darstellten, wurde eine eigene Gruppe gegründet: Youth United. Das Verhältnis untereinander war aber keinesfalls zerstritten, sondern eher gemeinschaftlich. Einig war man sich vor allem in dem Punkt, dass die OFI zu diesem Zeitpunkt nicht den richtigen Anlaufpunkt für interessierte Jugendliche abbildete. Im stillen Kämmerlein des Adelante wurde im Laufe des Jahres 2007 die Idee einer Übergruppierung für alle ultráorientieren Menschen durchgesponnen. Angefixt von dieser Idee, lud man zu einer offenen Diskussion mit allen Interessierten ein. Ca. 25 Personen folgten dieser Einladung und diskutierten angeregt über das Für und Wider. Schließlich wurde schnell klar, dass für eine solche Art von Gruppe nur die Wiederbelebung des Commando Donnerschwee infrage kommen sollte. Dabei sollte das CD01 keine reine Ultrágruppe sein, sondern eher allen Unterschlupf bieten, die sich mit der Subkultur Ultrá anfreunden konnten. Zudem sollten die jeweiligen Gruppen weiterbestehen und sich lediglich der Überorganisation des Commando Donnerschwee anschließen. Zunächst gelang dies auch ganz gut, aber was sich später daraus entwickeln sollte, sieht man heute im Stadion: Die Fahnen des Adelante und von Youth United sind verschwunden. Lediglich die Fahne des Commando Donnerschwee ist noch präsent. Die Neugründung war dennoch ein großer Erfolg. Die Gruppengröße stieg schnell auf über 60 Personen an. Zum ersten Mal konnten wir eigene Busse zu Auswärtsspielen stellen, die lediglich mit CD Mitgliedern besetzt waren. Wir konnten eigene Räumlichkeiten wuppen, große Feiern organisieren und die Fanszene in Oldenburg prägen. Leider konnten die Räumlichkeiten nicht lange gehalten werden. Die schlechte Lage, verbunden mit den Mieten in und um Oldenburg trugen ihr Übriges dazu bei. Die Rückkehr in das inoffizielle Fanprojekt stand fest. Ungefähr zur gleichen Zeit (2013) kam es zu einem Riss innerhalb der Oldenburger Ultrászene, der sich im Auftreten einer neuen Gruppierung beim Hallenturnier in Cloppenburg manifestierte, die aus ehemaligen Mitgliedern des CD bestand. Insgesamt war die Fanszene in diesen Zeiten mehr mit sich selbst als mit den sportlichen (Miss-)Erfolgen des Vereins beschäftigt.

Es folgte ein Strukturwandel im Commando Donnerschwee. Die Mitgliederzahl sank auf ca. 30 Personen und wir befanden uns wieder in einer Phase der Selbstfindung. Von der eigentlichen Idee einer Überorganisation war das CD meilenweit entfernt. Vielmehr kristallisierte sich heraus, dass das CD als eigene Ultrágruppierung Bestand muss. Der Passus „ultráorientiert“ wurde gestrichen. Dabei legen wir aber Wert darauf, dass jeder Ultrá nach seiner eigenen Fasson ausleben und die Gruppe sowie den Verein bestmöglich unterstützen soll. Daher werden wir zur neuen Saison auch auf eine aktiv/passiv Mitgliedschaft verzichten. Es wird nur noch eine Mitgliedschaft im Commando Donnerschwee geben und darüber hinaus einen Förderkreis, der unsere Projekte finanziell unterstützen soll.

Darüber hinaus möchten wir, gerade in diesen politisch angespannten Zeiten, in denen rassistische, sexistische, homophobe und antisemitische Äußerungen offenbar wieder gesellschaftstauglich zu werden scheinen, betonen, dass wir als Gruppe für eine offene und bunte Gesellschaft eintreten, in der das eben beschriebene Gedankengut keinen Platz finden darf. 

Was die Zukunft darüber hinaus bringen wird ist schwierig zu prophezeien. Die Hauptaufgabe für die kommende Saison wird aber mit Sicherheit der Umzug in den Block-A der Haupttribüne darstellen. Hier sind wir aufgrund guter Gespräche mit dem Verein und den Sicherheitskräften allerdings optimistisch, was eine erfolgreiche Umsetzung betrifft. Darüber hinaus wollen wir uns als Gruppe auch weiterhin aktiv im Verein engagieren. Wir wollen mitgestalten und nicht nur kritisch begutachten. Der VfB Oldenburg ist unser Verein, einen anderen haben wir nicht. In diesem Sinne: Forza VfB!